Für viele Kreativteams war es ein Schock: InVision stellt seine bekannten Design-Kollaborationsdienste zum Ende des Jahres 2024 ein. Die Suche nach einer leistungsstarken InVision-Alternative ist daher keine Option mehr, sondern eine dringende Notwendigkeit für unzählige Agenturen und Unternehmen. Statt panisch nach einem einzigen Ersatz zu suchen, solltest du diese Veränderung als Chance begreifen: eine Gelegenheit, deinen Kreativ-Workflow zu optimieren und durch einen spezialisierten Tool-Stack zukunftssicher aufzustellen.
Das Ende einer Ära: Was der InVision-Shutdown bedeutet
Der Abschied von InVision markiert einen Wendepunkt für die Kreativbranche. Teams, die jahrelang auf die Plattform für Prototyping, Whiteboarding und Kundenfreigaben vertraut haben, müssen nun ihre Prozesse und Werkzeuge neu bewerten. Die Herausforderung besteht darin, dass InVision nicht nur eine einzige Funktion erfüllte, sondern ein Bündel verschiedener Aufgaben in einer Suite vereinte.
Eine 1:1-Alternative, die all diese Funktionen in gleicher Qualität abdeckt, gibt es praktisch nicht. Die gute Nachricht ist jedoch, dass es für jeden einzelnen Anwendungsfall heute spezialisierte und oft deutlich bessere Lösungen gibt. Der Schlüssel zum Erfolg liegt darin, die Kernaufgaben von InVision zu zerlegen und für jeden Bereich das beste Werkzeug auszuwählen.

InVision war mehr als ein Tool: Die drei Kernfunktionen im Rückblick
Um die richtige Alternative zu finden, müssen wir zunächst verstehen, welche Jobs InVision für Kreativteams erledigt hat. Im Wesentlichen waren es drei zentrale Bereiche, die den Workflow von der ersten Idee bis zur finalen Freigabe unterstützten.
1. Interaktives Prototyping und UI-Design
Dies war die ursprüngliche Kernkompetenz von InVision. Designer konnten statische Screens hochladen, sie über Hotspots miteinander verknüpfen und so klickbare Prototypen erstellen. Diese ließen sich einfach mit Stakeholdern teilen, um User-Flows und App-Konzepte greifbar zu machen, lange bevor eine Zeile Code geschrieben wurde.
2. Digitales Whiteboarding mit Freehand
Mit dem Tool "Freehand" bot InVision eine kollaborative Leinwand für Brainstorming, Wireframing und die gemeinsame Ideenfindung in Echtzeit. Es diente als digitaler Workshop-Raum, in dem Teams ortsunabhängig zusammenarbeiten konnten, um Konzepte zu skizzieren und visuelles Feedback zu sammeln.
3. Design-Review und Freigabeprozesse
Die vielleicht kritischste Funktion für die Zusammenarbeit mit Kunden und externen Stakeholdern war die Kommentar- und Freigabefunktion. Kunden konnten direkt auf Designs klicken, Kommentare hinterlassen und Entwürfe formell freigeben. Dies schuf einen zentralen Ort für Feedback und sollte dabei helfen, endlose E-Mail-Ketten zu vermeiden.
Die besten InVision-Alternativen für jede Aufgabe
Da ein einzelnes Tool die InVision-Suite kaum ersetzen kann, ist ein „Best-of-Breed“-Ansatz die intelligenteste Strategie. Dabei wählst du für jede der drei Kernfunktionen das jeweils beste Werkzeug auf dem Markt.
Für Prototyping: Figma als neuer Industriestandard
Für UI/UX-Design und interaktives Prototyping führt heute kein Weg an Figma vorbei. Die Plattform hat sich in den letzten Jahren zum De-facto-Standard entwickelt und bietet eine weitaus leistungsfähigere und integriertere Umgebung als InVision es je tat. Designer können in Echtzeit zusammenarbeiten, komplexe Prototypen erstellen und Design-Systeme verwalten – alles in einem einzigen Tool. Die Migration des Prototyping-Workflows von InVision zu Figma ist für die meisten Teams der logischste und naheliegendste Schritt.
Für Whiteboarding: Miro und FigJam als kreative Spielwiesen
Den Job von InVision Freehand übernehmen heute vor allem zwei große Player: Miro und FigJam.
- Miro: Eine extrem vielseitige und funktionsreiche Whiteboarding-Plattform, die sich für komplexe Workshops, Strategieplanung und agile Prozesse eignet.
- FigJam: Das Whiteboard-Tool von Figma selbst. Sein großer Vorteil ist die nahtlose Integration in den Figma-Workflow. Ideen aus einem FigJam-Board lassen sich mühelos in konkrete Designs in Figma überführen.
Die Wahl zwischen beiden hängt von der Komplexität deiner Anforderungen ab. Für die meisten Designteams ist FigJam aufgrund der direkten Anbindung an Figma die effizientere Lösung.
Für Design-Reviews & Freigaben: Spezialisierte Proofing-Tools
Hier wird es entscheidend. Viele Teams versuchen, auch den Review-Prozess mit Kunden komplett in Figma abzuwickeln. Doch das führt oft zu Problemen: Externe Stakeholder müssen sich in einem komplexen Design-Tool zurechtfinden, benötigen einen Account und hinterlassen ihr Feedback oft unstrukturiert.
Genau hier glänzen spezialisierte Online-Proofing-Plattformen. Tools wie draftgo sind exakt für diesen Anwendungsfall konzipiert: die strukturierte, einfache und rechtssichere Freigabe von Kreativ-Assets durch Externe. Anstatt Kunden in dein Design-Tool zu zwingen, lädst du sie per Link in eine neutrale, einfach verständliche Umgebung ein. Dort können sie visuell präzise kommentieren und mit einem Klick die Freigabe erteilen – ohne Login und ohne Schulungsaufwand. Der Markt für spezialisierte Design-Feedback-Tools bietet hier eine fokussierte Lösung, die Figma ideal ergänzt.
Warum ein dediziertes Feedback-Tool unverzichtbar ist
Die Trennung von internem Design-Tool (Figma) und externem Freigabe-Tool ist kein Umweg, sondern eine strategische Optimierung deines Workflows. Die Vorteile sind erheblich:
- Einfachheit für Kunden: Deine Kunden und Entscheider müssen keine Experten für Design-Software sein. Ein dediziertes Tool bietet eine intuitive Oberfläche, die sich auf das Wesentliche konzentriert: das Asset ansehen, kommentieren und freigeben.
- Strukturierte Prozesse: Anstelle eines unübersichtlichen Kommentar-Chaos in Figma ermöglichen Proofing-Tools versionierte Freigabeschleifen. Du siehst auf einen Blick, welche Version freigegeben wurde und welche Änderungen noch offen sind.
- Revisionssicherheit und Datenschutz: Jeder Kommentar und jede Freigabe werden lückenlos und mit Zeitstempel dokumentiert. Plattformen mit EU-Hosting wie draftgo stellen zudem sicher, dass alle Prozesse DSGVO-konform ablaufen – ein entscheidender Faktor bei der Zusammenarbeit mit Unternehmenskunden. Eine saubere Dokumentation stärkt die Kundenbeziehung und sichert nachhaltig die Brand Compliance.
Werkzeuge im Vergleich: Die passende InVision-Alternative finden
Die folgende Tabelle hilft dir, die Stärken der jeweiligen Spezialisten einzuordnen und den idealen Tool-Stack für dein Team zusammenzustellen.
| Funktion | Figma | Miro / FigJam | draftgo |
|---|---|---|---|
| Hauptzweck | UI/UX-Design, Prototyping | Digitales Whiteboarding, Brainstorming | Online-Proofing, Kundenfreigabe |
| Zielgruppe | Designer, Produktteams (intern) | Kreativteams, Strategen, PMs | Agenturen, Marketingteams, Freelancer (für externe Kollaboration) |
| Stärken | Mächtige Design-Tools, Komponenten, Echtzeit-Kollaboration | Unendliche Leinwand, Vorlagen, hohe Flexibilität | Gast-Zugang ohne Login, versionierte Freigaben, DSGVO-konform |
| Schwächen | Für Externe überladen, unstrukturierte Kommentare, Login-Hürde | Kann für einfache Skizzen zu komplex sein | Kein Design-Erstellungstool |
| DSGVO | US-Unternehmen, Standardvertragsklauseln | US-Unternehmen, Standardvertragsklauseln | EU-Unternehmen, EU-Hosting, voll konform |
Tipps für eine reibungslose Migration von InVision
Der Wechsel steht bevor. Mit diesen vier Schritten gestaltest du den Übergang so effizient wie möglich:
- Inventur durchführen: Analysiere genau, wofür dein Team InVision tatsächlich genutzt hat. Lag der Fokus auf Prototyping, auf Freehand-Boards oder primär auf den Kundenkommentaren? Deine Nutzungsgewohnheiten bestimmen die Prioritäten bei der Suche nach Alternativen.
- Daten sichern: Handle jetzt! Exportiere alle wichtigen Projekte, Prototypen und Freehand-Boards aus InVision, bevor die Server Ende 2024 abgeschaltet werden. Erstelle Backups deiner wertvollen Arbeit.
- Neuen Workflow testen: Führe ein Pilotprojekt mit deinem neuen Tool-Stack durch (z. B. Figma + draftgo). So kannst du den neuen Prozess mit einem echten Kundenprojekt testen und Kinderkrankheiten ausmerzen, bevor du ihn im gesamten Unternehmen ausrollst.
- Team schulen und abholen: Ein neues Tool bedeutet auch eine neue Arbeitsweise. Plane Zeit für das Onboarding deines Teams ein. Erkläre nicht nur die Funktionen, sondern auch die strategischen Vorteile des neuen, spezialisierten Workflows.
FAQ: Häufige Fragen zum Wechsel von InVision
Was passiert mit meinen Projekten in InVision nach Ende 2024?
Laut der offiziellen Ankündigung von InVision werden alle Nutzerdaten und Projekte auf den Servern nach der Abschaltung der Dienste dauerhaft gelöscht. Ein Export deiner Daten vor diesem Stichtag ist daher unerlässlich.
Kann Figma InVision zu 100 % ersetzen?
Nein. Figma ist ein überlegener Ersatz für den Prototyping-Teil von InVision. Für strukturierte, externe Freigabeprozesse mit Kunden ist es jedoch weniger geeignet. Hierfür empfiehlt sich ein ergänzendes, spezialisiertes Proofing-Tool.
Ist draftgo eine direkte InVision-Alternative?
draftgo ist die spezialisierte Alternative für den Design-Review- und Freigabeteil von InVision. Es wurde entwickelt, um genau die Schwachstellen zu lösen, die allgemeine Design-Tools bei der externen Kollaboration haben: Komplexität für Kunden, fehlende Struktur und mangelnde Revisionssicherheit.
Wie stelle ich sicher, dass meine Kunden den neuen Freigabeprozess akzeptieren?
Indem du ihn so einfach wie möglich gestaltest. Eine Plattform, die ohne Registrierung per Link funktioniert und eine selbsterklärende Oberfläche bietet, hat die höchste Akzeptanz. Kommuniziere den Vorteil klar: schnellere, präzisere und transparentere Freigaben für beide Seiten.
Fazit: Baue den Workflow, der für dich funktioniert
Das Ende von InVision ist kein Rückschlag, sondern eine Einladung zur Modernisierung. Statt nach dem einen Tool zu suchen, das alles mittelmäßig kann, hast du jetzt die Chance, einen Tool-Stack aufzubauen, der jede Aufgabe exzellent erledigt. Kombiniere die Design-Power von Figma mit der kollaborativen Freiheit von Miro oder FigJam und professionalisiere deine Kundenkommunikation mit einer dedizierten Proofing-Lösung.
Dieser "Best-of-Breed"-Ansatz macht deine Prozesse nicht nur effizienter und sicherer, sondern verbessert auch die Zusammenarbeit mit deinen Kunden erheblich. Du schaffst klare Verhältnisse, reduzierst Missverständnisse und beschleunigst deine Projekte. Nutze die Gelegenheit, einen Workflow zu etablieren, der speziell auf die Bedürfnisse moderner Agenturen und anspruchsvoller Kreativteams zugeschnitten ist.
Written by
Emilia
Content Producer
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