Die Figma-Kundenfreigabe ist ein zentraler, aber oft herausfordernder Schritt in modernen Designprojekten. Als kollaboratives Herzstück für UI/UX-Teams bietet Figma zwar exzellente Werkzeuge für die interne Zusammenarbeit, stößt jedoch bei der finalen Abstimmung mit externen Stakeholdern wie Kunden schnell an seine Grenzen. Viele Agenturen und Kreativteams stehen daher vor der Frage: Wann reichen die Bordmittel von Figma aus und wann ist ein spezialisiertes Freigabe-Tool die sicherere und effizientere Wahl? Dieser Beitrag zeigt die Stärken und Schwächen auf und skizziert einen praxiserprobten Workflow für reibungslose Design-Abnahmen.
Was ist Figma? Eine kurze Einordnung
Figma ist eine cloudbasierte Design-Anwendung, die sich auf das Erstellen von Benutzeroberflächen (UI) und User-Experience-Konzepten (UX) spezialisiert hat. Teams können in Echtzeit an denselben Designdateien arbeiten, Prototypen erstellen, klickbare Dummys bauen und über eine Kommentarfunktion direkt im Design Feedback austauschen. Diese kollaborativen Fähigkeiten haben Figma zu einem Industriestandard für digitale Produktentwicklung gemacht.

Die Stärken von Figma im internen Designprozess
Für die tägliche Arbeit von Designteams ist Figma kaum zu übertreffen. Die Vorteile liegen klar auf der Hand:
- Echtzeit-Kollaboration: Mehrere Designer können gleichzeitig an einem Entwurf arbeiten, was den kreativen Prozess enorm beschleunigt.
- Zentralisierte Bibliothek: Design-Systeme, Komponenten und Stile lassen sich zentral verwalten und im gesamten Team konsistent anwenden.
- Integriertes Prototyping: Aus statischen Designs werden mit wenigen Klicks interaktive Prototypen, die User-Flows erlebbar machen.
- Kontextbezogenes Feedback: Die Kommentarfunktion erlaubt es Teammitgliedern, Anmerkungen direkt an der betreffenden Stelle im Design zu hinterlassen.
Diese Stärken sind ideal für ein agiles, iteratives Vorgehen im Designteam. Sobald jedoch externe Partner ohne Designhintergrund ins Spiel kommen, wandeln sich diese Vorteile oft in Hürden.

Figma-Kundenfreigabe: Die 4 entscheidenden Grenzen
So mächtig Figma für Designer ist, so überfordernd kann es für Kunden, Marketing-Manager oder andere Freigabeberechtigte sein. Die externe Figma-Kundenfreigabe offenbart vier wesentliche Schwachstellen.
1. Die Komplexität der Benutzeroberfläche
Ein Kunde, der zum ersten Mal einen Figma-Link öffnet, ist oft überfordert. Er landet in einer professionellen Arbeitsumgebung, die für Designer optimiert ist. Fragen wie "Wo muss ich klicken?", "Was ist ein Frame?", "Warum sehe ich hier so viele andere Entwürfe?" oder "Wie navigiere ich durch den Prototyp?" sind an der Tagesordnung. Anstatt sich auf den Inhalt zu konzentrieren, kämpft der Kunde mit dem Werkzeug. Dies führt zu Verunsicherung, Rückfragen und verzögert den Freigabeprozess.
2. Fehlende revisionssichere Freigaben
Ein "Sieht gut aus!" als Kommentar in Figma ist zwar nettes Feedback, aber keine rechtssichere oder revisionssichere Freigabe. Was passiert, wenn der Kommentar versehentlich gelöscht oder als "erledigt" markiert wird? Es fehlt ein klares, unmissverständliches Protokoll, das dokumentiert, wer, wann, welche Version mit welchem finalen Status (z.B. "Freigabe erteilt", "Änderungen erforderlich") bewertet hat. Für verbindliche Abnahmen, die als Grundlage für die weitere Produktion oder die Rechnungsstellung dienen, ist die Figma-Kommentarfunktion unzureichend.
3. Datenschutz und DSGVO-Konformität
Figma ist ein US-amerikanisches Unternehmen und hostet seine Daten auf Servern in den USA. Für Unternehmen im DACH-Raum, die strenge Datenschutzanforderungen haben, kann dies zu einem Problem werden. Die Übermittlung personenbezogener Daten (und dazu zählt schon die E-Mail-Adresse eines Kunden, der zum Kommentieren eingeladen wird) in die USA unterliegt den strengen Regeln der DSGVO. Eine dedizierte, in der EU gehostete Plattform wie draftgo bietet hier die notwendige Rechtssicherheit.
4. Der Umgang mit verschiedenen Dateitypen
Selten besteht ein Projekt nur aus einem Figma-Design. Oft müssen im gleichen Zuge ein begleitendes Kampagnen-Video, eine PDF-Präsentation oder die Social-Media-Motive freigegeben werden. In Figma können diese Assets nicht gemeinsam geprüft werden. Der Kunde erhält mehrere Links zu verschiedenen Plattformen, verliert den Überblick und der gesamte Prozess wird unstrukturiert. Ein zentrales System, das alle relevanten Dateitypen in einem einzigen Freigabeprojekt bündelt, ist hier klar im Vorteil und hilft dabei, von Anfang an Ressourcen zu sparen und Missverständnisse zu vermeiden.
Der optimierte Workflow: Von Figma zur externen Freigabe
Anstatt deine Kunden direkt in die komplexe Figma-Umgebung zu schicken, etabliere einen zweistufigen Prozess, der die Stärken beider Welten vereint.
Schritt 1: Design in Figma finalisieren Nutze Figma für das, was es am besten kann: das kollaborative Erstellen und Iterieren von Designs im internen Team.
Schritt 2: Für die Freigabe exportieren Sobald ein Design den Status "bereit zur Kundenpräsentation" erreicht hat, exportiere die relevanten Ansichten. Für statische Webseiten-Layouts oder App-Screens eignet sich ein hochwertiges PDF oder PNG am besten.
- So geht's: Wähle in Figma die gewünschten Frames aus. Klicke im rechten Seitenmenü auf "Export" und wähle das Format (z.B. PDF) und die Auflösung.
Schritt 3: In einem Online-Proofing-Tool bereitstellen Lade die exportierte Datei in ein spezialisiertes Freigabe-Tool wie draftgo hoch. Hier lädst du deinen Kunden als Gast ein. Der Vorteil: Der Kunde erhält einen einzigen, sicheren Link und sieht nur das, was er sehen soll – das Design in einer ablenkungsfreien Ansicht. Er kann präzise Kommentare abgeben und den Entwurf über klar definierte Buttons ("Freigabe", "Änderungen") bewerten. Dieser gesamte Vorgang wird lückenlos und revisionssicher dokumentiert, weshalb ein strukturierter Prozess für Design and Review unerlässlich ist.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Kann mein Kunde nicht einfach als Gast auf Figma zugreifen?
Ja, Figma bietet einen "Viewer"-Zugang. Dieser löst aber die Kernprobleme nicht: Die Benutzeroberfläche bleibt komplex, die Freigabe ist nicht revisionssicher dokumentiert und die Datenschutzthematik besteht weiterhin. Der Gast-Zugang ist eher für designaffine Teamkollegen als für externe Entscheider geeignet.
Wie exportiere ich ein Design am besten aus Figma für ein Proofing-Tool?
Für die meisten Layout-Freigaben ist ein mehrseitiges PDF die beste Wahl. Benenne deine Frames in Figma in einer logischen Reihenfolge (z.B. "01_Homepage", "02_Produktseite"). Wähle alle Frames aus und exportiere sie als einzelnes PDF. Das Proofing-Tool zeigt dann alle Seiten übersichtlich untereinander an.
Was ist der Vorteil eines Tools wie draftgo gegenüber E-Mail-Feedback?
E-Mail-Feedback ist unstrukturiert, nicht visuell und schwer zu verwalten. Anmerkungen wie "Bitte das Bild weiter oben links ändern" sind unpräzise. In einem Proofing-Tool wie draftgo setzt der Kunde einen Pin an die exakte Stelle, schreibt seinen Kommentar dazu und alle Beteiligten sehen sofort, was gemeint ist. Alle Versionen und Freigaben sind zentral an einem Ort dokumentiert.
Praktische Handlungsempfehlung für deine nächste Figma-Freigabe
Bewerte vor jeder externen Freigabe den Kontext: Handelt es sich um eine schnelle, informelle Abstimmung mit einem technisch versierten Partner oder um eine verbindliche Endabnahme durch ein heterogenes Gremium?
- Für iterative Schleifen mit designaffinen Kunden: Ein direkter Blick in Figma kann funktionieren.
- Für alle finalen, verbindlichen Freigaben: Nutze einen dedizierten, externen Freigabeprozess.
Exportiere deine finalen Entwürfe und nutze eine professionelle Proofing-Plattform. Damit stellst du sicher, dass dein Kunde eine einfache und intuitive Erfahrung hat, während du im Hintergrund einen sauberen, dokumentierten und rechtssicheren Freigabeprozess gewährleistest. Speziell für die Anforderungen im Web-Design bietet ein zentralisiertes System enorme Vorteile, da es nicht nur die Designs, sondern auch dazugehörige Dokumente und Medien an einem Ort bündelt. Das spart Zeit, reduziert Missverständnisse und führt letztlich zu schnelleren und besseren Projektergebnissen.
Written by
Emilia
Content Producer
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